Isabelle Krötsch ist freischaffende Künstlerin und Bühnen – und Kostümbildnerin für Theater & Oper . Seit 2006 Dozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg.Geb. 1974 in München . Zweisprachige Erziehung Dt./frz.Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Jürgen Rose .Hospitanzen an den Münchner Kammerspielen , am Deutschen Theater Berlin und in diversen Archtitekturbüros in Deutschland und Frankreich .Seit 2001 Bühnen – und Kostümbilder ( Auswahl ) :„Faust“ , Deutsches Theater Göttingen und „Schattenstimmen“ , Staatstheater Kassel ,Regie : Thomas Bischoff ( 2007/08 ) .„Schutzraum“ , Theater Basel , Regie : Ruedi Häusermann ( 2005 ) .Neu Gestaltung/Grundausstattung des Junges Studios am Theater Lübeck 2007/08 .„WestzeitStory“ , Junge Oper Stuttgart / Staatsoper Hannover ( 2006/2001) .„Am Ende Ein Anfang“ / „Sohn von Nichts , Tochter von Niemand“ , Opernfestspiele München ( 2001 / 2002 ) . „Lucia schmilzt“ Schauspielhannover (2003 ). „ Unschuld “ Theater Halle7 , München .„Himmelssturm und Kauderwelsch“ , Marstall/Bay. Staatsschauspiel ( 2001 ) u.a.Ausstellungen Malerei und Photographie ( Auswahl ) :„Familienspaziergang“ , BBK Württemberg , Stuttgart , 2003 . „ 3 reisen ums theater“ ( 2003 ) und „Junge Garde“ (2005) , Inselgalerie Berlin . „Zwischen den Zeilen“ (2005 ) Galerie im Geigerhof .Arbeiten für Film – und Fernsehen und Grafische Aufträge für u.a. Staatstheater Stuttgart und Spotlight Verlag München .ZUR AUSSTELLUNG „ALLES EINE FRAGE DES STANDPUNKTS“In den Arbeiten von Isabelle Krötsch geht es hauptsächlich ums „Geschichten erzählen“. Sowohl in ihrer Malerei als auch auf der Bühne oder beim Schreiben fühlt sie den Situationen des Alltags, des (Innen)Lebens nach . In „Alles eine Frage des Standpunkts“ befasst sie sich verstärkt mit dem in unserer Gesellschaft geradezu selbstverständlichen Augen-Blick aus/auf eine gewisse Perspektive. Sie ist eine Portraitistin des Flüchtigen. Die Momentaufnahme, das Szenische, die Bewegung im Raum ist ein Thema, das sich auf verschiedenen Ebenen, Medien durch ihr Werk zieht. Die Energie, die hinter und in den Motiven steckt, ist oft durch eine scheinbare Ruhe, ein Innehalten oder Nachdenken gebunden. „Include me out“, ein Satz aus „Le mépris“, den Fritz Lang sich selbst spielend reflektierend formulierte, um den Bezug von Regisseur zu seinen Modellen zu beschreiben, ist eine Devise, die I.K. in ihren Arbeiten verinnerlicht, indem sie immer wieder anders mit dem Standpunkt und der Wahrnehmung des Betrachters in Dialog tritt, ja manchmal auch mit ihm spielt. Das Manipulieren, Inszenieren des Blicks, oft auch mit Zitaten „Alter Meister“, des Spiegelmotivs oder anderer archetypischer Bildinhalte, ist dabei genauso eine Ebene des „Standpunkts“, wie das Wortspiel oder der meist narrative Kontext. Ihre Bilder sind wie kleine Texte, die der Betrachter in sich neu schreibt. Wenn I.K. aus dem Standpunkt-Bezug „ausbricht“, entstehen expressive, fast abstrakte Kompositionen. Sich aus dem Bann der „Ab-Bilder“ zu lösen, fällt einem, in dem seit der Renaissance gepflegten subjektbezogenen westlichen Blick, der bis zu den Behauptungen des medialen Zeitalters reicht, äußerst schwer. Um sich diesem Zugzwang der Bilderflut, an dem sie sich als (figurative ) Malerin aktiv beteiligt, nicht unbedacht hinzugeben, hat sie sich das Thema des Übersetzens, des Ver-rückens von einem Medium ins Andere zum zentralen und eigentlichen Thema ihrer Arbeit gemacht. Das „Zwischen den Zeilen“, zwischen den Sprachen sein ist ihr ein naturgegebenes Sujet. In der Malerei wie im Szenischen spielt die Kette der Traditionen im immer wieder neu Beleuchten, Interpretieren, Aufladen von Altbekanntem seit jeher eine wichtige Rolle. Im Zeitalter einer scheinbaren ständigen Neuentdeckung neuer Themen, steckt in dieser Vorgehensweise ein Stück weit Subversivität und Provokation.



WERKSKATALOG ISABELLE KRÖTSCH

Edition Beryllo im
Deutschen Kunstverlag

im Buchhandel erhältlich
ISBN 978-3-422-07080-6